Innovative Konzepte für serielles Bauen gesucht

29. Juni 2017


Schneller und kostengünstiger:
Eine seriellen und modularen Bauweise

Das Bundesbauministerium startet jetzt eine europaweitegdw Ausschreibung, um Rahmenvereinbarungen über den Neubau von mehrgeschossigen Wohngebäuden in serieller und modularer Bauweise abschließen. So soll der Bau preisgünstiger Wohnungen in hoher Qualität beschleunigt werden.

Küche, Bad, Wohn- und Schlafzimmer: Wohnungen sind zwar immer nach demselben Muster aufgebaut, werden aber jeweils als teure Unikate hergestellt. Industrielle Bauweisen könnten den Wohnungsbau günstiger machen, lohnen sich aber erst ab einer bestimmten Auftragsgröße und kommen deshalb bisher noch selten zum Einsatz. Angesichts von Wohnungsmangel und steigenden Mieten setzt das Bundesbauministerium (BMUB) nun eine Idee um, die gemeinsam mit dem Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW und weiteren Partnern aus dem Bündnis für bezahlbares Wohnen und Bauen entwickelt wurde. Eine europaweite Ausschreibung soll Planer und Bauunternehmer anregen, erstmals gemeinsam flexible und preisgünstige Prototypen mit hoher architektonischer und städtebaulicher Qualität für den Mietwohnungsneubau zu entwickeln. Bundesbauministerin Barbara Hendricks: „Wir wollen, dass das standardisierte Bauen den Rohbau und auch Ausbaukomponenten schnell und preiswert macht und dass die Baukultur dabei nicht verloren geht.“

Mit den Bietergemeinschaften, die bis zum 17. Juli 2017 die besten Vorschläge einreichen, soll eine Rahmenvereinbarung über den Neubau von mehrgeschossigen Wohngebäuden in serieller und modularer Bauweise abgeschlossen werden.Die Angebote aus diesen Rahmenvereinbarungen könnten Wohnungsunternehmen künftig ohne weitere Verfahren lokal angepasst umsetzen und so die Vorlaufzeiten für Bauvorhaben wesentlich verkürzen.

Ein serieller Wohnungsbau könne allerdings nur im Zusammenhang mit integrierten Stadtentwicklungskonzepten gelingen, betont die Präsidentin der Bundesarchitektenkammer, Barbara Ettinger-Brinckmann: Zunächst müssten Städte und Gemeinden, öffentliche und private Bauherren geeignete Bauflächen finden. „Hier gilt es, die urbanen Räume zu verdichten, um nicht nur die bestehende Infrastruktur wirtschaftlich zu nutzen, sondern auch neue Großsiedlungen mit ihren Problemen zu vermeiden.

Das Gelände, auf der ein oder mehrere Prototypen der Ausschreibungsgewinner gebaut werden, steht allerdings schon fest: In Erfurt werden dafür neben dem Bereich der Bundesgartenschau, die 2021 stattfindet, Flächen zur Verfügung gestellt. Wenn der Praxistest dort zeigt, dass das serielle Bauen bei Baukosten und technischer Machbarkeit, mit Prozessoptimierung der Produktion, Vorfertigungsgrad und Digitalisierung wirklich die erhofften Einsparungen bringt – und dabei auch ästhetisch überzeugen kann – kann das eine gute Werbung für neue industrielle Bauweisen sein.