Neue Entsorgungs- regeln verteuern Sanierung

06. Oktober 2016

Dämmstoffe mit dem Flammschutzmittel HBCD gelten seit dem 1. Oktober 2016 als gefährlicher Abfall. Dies werde Sanierungsvorhaben erheblich verzögern und verteuern, warnt nun der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW).


Bei der Sanierung von Gebäuden spielt die Dämmung eine wichtige Rolle

Für die Gebäudedämmung wurde bisher Polystyrol mit dem Flammschutzmittel Hexabromcyclododecan HBCD versetzt. Doch dieser Zusatz gilt inzwischen als umweltgefährdend. Laut aktueller Abfallverzeichnis-Verordnung (AVV) muss deshalb Wärmedämmung, die mehr als 0,1 Prozent HBCD enthält, als gefährlicher Abfall entsorgt werden.

Doch bisher haben viele Verbrennungsanlagen die entsprechenden Genehmigungen beziehungsweise die technischen Voraussetzungen nicht. Manche Entsorgungsunternehmen nehmen Dämmstoffe deshalb bereits nicht mehr an. Wohnungsunternehmen, die Gebäude sanieren, bereitet diese Entwicklung zunehmend Probleme.

Es könne nicht sein, dass die Politik neue Regeln beschließe, und die Unternehmer mit den negativen Auswirkungen allein lasse, kritisiert nun der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW. Ihr Präsident Axel Gedaschko verlangt ein Moratorium der geänderten AVV,  bis die Entsorger sich umgestellt haben.

Der Verband rechnet zudem mit Kostensteigerungen durch höhere Annahmegebühren, weitere Transportstrecken und höhere Sicherheitsanforderungen. Von den Ländert fordert der GdW in diesem Zusammenhang, mittelfristig pragmatische Lösungen zu finden, die sowohl der Umwelt gerecht werden, als auch für die Wohnungs- und Baubranche bezahlbar sind.

Für seine Mitgliedsunternehmen hat der Verband zu diesem Thema die GdW-Information 152 veröffentlicht. Nicht-Mitglieder können die Broschüre für 10 Euro bestellen.