Wohnpreise steigen - regionale Unterschiede auch

15. September 2016

Während der Wert von Wohnraum auf dem Land stagniert oder sogar sinkt, steigt er in Großstädten weiteran. Laut einer aktuellen Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) wird sich dieser Trend in den kommenden Jahren fortsetzen.


Besonders in den Ballungsräumen steigen die Wohnpreise weiter

Auch wenn die Anzahl der Baugenehmigungen bereits stark gestiegen ist, vergehen bis zur Fertigstellung noch einige Jahre und nicht jeder Antrag wird auch umgesetzt. Außerdem kommt in den Groß- und Universitätsstädten kommt der Neubau nur langsam voran, weil Bauland fehlt. Das BBSR rät deshalb, mehr Wohnraum im Bestand zu schaffen – durch Aufstockung, sowie den An- und Ausbau bestehender Gebäude und die Umwandlung von Bürobauten.

Für bezahlbaren Wohnraum weichen Bauherren und Mieter zunehmend auf den Speckgürtel aus. Auf dem Land sind die Wohnpreise zwar deutlich niedriger, doch immer weniger Menschen wollen dort wohnen. Die Schere zwischen den Wohnpreisen öffnet sich deshalb immer weiter: Bauland kostet in mittleren Lagen zwischen 12 Euro pro Quadratmeter im Osten und 1.200 Euro in München. Die Mieten für Neubauten liegen zwischen 4,24 Euro im Fichtelgebirge und 15,52 in München.

Insgesamt haben die Wohnpreise in den vergangenen Jahren kräftig zugelegt, der Mittelwert der Kaltmieten erhöhte sich allein in den letzten zwei Jahren um 6 Prozent. Diese Entwicklung wird sich weiter fortsetzen: Nach Berechnungen der BBSR sind jährlich 400 000 neue Wohnungen nötig, – entsanden sind im vergangenen Jahr nur knapp 250.000. Dabei suchen Studenten und Migranten besonders im günstigen Preissegment. Auch bei seniorengerechtem Wohnraum ist die Nachfrage groß.

Doch regional wird sich der Bedarf weiterhin stark unterscheiden. Parallel zum Mangel in den Ballungsräumen wächst der Leerstand in weniger begehrten Gegenden: 2014 lag er bereits bei fünf Prozent.